Ben Gurion-Airport, Tel Aviv. Hier begann vor einer Woche der mit Abstand schönste Urlaub meines Lebens. Ich habe nicht am Strand gelegen, habe nicht sämtliche Sehenswürdigkeiten besucht, nicht die Souvenir-Shops geplündert oder die Mini-Bar. Ich bin Menschen begegnet, habe Freunde gewonnen, Familie erlebt, Alltag gesehen. Das war es, das ich wollte. Spüren wie es sich hier anfühlt. Natürlich habe ich nur einen kleinen Ausschnitt gesehen. Die Probleme des Landes habe ich besten Falls gestreift, beim Blick von meinem Quartier hinüber zum Flüchtlingslager mit der Mauer umzu*.
Lust zum Fotografieren hatte ich wenig, Lust zum Aufsaugen der Atmosphäre dagegen mehr. Zum Beispiel heute auf dem Markt. Wenn sich die Gewürze in der Luft mischen. Wenn dir die Ohren klingeln vom Anpreisen der Marktschreier und du sowieso nichts verstehst. Und ich mittendrin und geniesse. So wie den Kaffee heute morgen und mein Frühstück in der italienischen Bäckerei. Die Karte war in hebräisch, ich ließ mich beraten. Bei leckerem Jogurt mit Früchten und Honig bin ich gelandet. Natürlich mit viel Apfel drin. Wer mich kennt, weiß dass ich dagegen stark allergisch bin. Aber erst mal probieren, die Warnzeichen kenne ich. Kamen nicht beim ersten Löffel, auch nicht beim letzten. Seit mindestens zwanzig Jahren der erste Apfel. Lecker! Einfach lecker! Ein Grund wieder zu kommen. Souvenirs, habe ich versucht. Nee, das entspricht nicht dem was ich Leuten mitbringen möchte. Und die Flasche Wein aus Israel gibt's auch zu Hause. Drei Leute dürfen sich darauf freuen, dass ich (jeweils) eine mit ihnen teilen werde. Menschen die irgendwie mit dieser Reise zu tun haben. Und andere Mitbringsel?  Ja, für meine Kids, eine Kleinigkeit. Für die anderen gibt's meine Erzählungen, bei Kaffee, Tee, Wein, Bier. Ein paar Bilder bringe ich auch mit. Ob, ich wieder herkommen würde? Natürlich, nur länger. Und mit mehr Ivrit.

Shalom aus Tel Aviv


*) bremisch u.a. für "drumherum